Korsha: Dichter und Maler, Jockeys und Judoka

Khevsureti ist eine der schönsten Regionen in Georgien, und auch eine der abgelegensten. Korsha liegt an der einzigen und sehr holprigen Straße, die nach Khevsureti hineinführt. Die meisten Touristen passieren dieses kleine Dorf ohne Halt zu machen auf dem Weg nach Shatili, weiter im Norden, wo es eine faszinierende mittelalterliche Festung gibt von ineinander verschachtelten Türmen und Häusern (mehr dazu in einem späteren Post). 

Aber ein Zwischenstopp in Korsha, und vor allem im “Guesthouse Korsha” der Familie Arabuli, lohnt sich auf jeden Fall. Zunächst einmal, die Begrüßung: Wird dir hier “ein Kaffee” angeboten wird, dann kann es durchaus sein, dass darunter folgendes gemeint ist:

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Wenn man Glück hat, gibt es zum Kaffee eine spontane Lesung mit Giorgi Arabuli, einem der drei Söhne der Arabulis und ein erfolgreicher junger Dichter und Theaterregisseur.

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Vorm Abendessen gibt es dann noch einen kleinen “Snack”: hausgemachte Khinkali-Teigtaschen mit leckerem im Holzofen gebackenem Brot.

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Nach so vielen Leckereien ist die Hängematte vorm Haus einfach zu verführerisch…

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…während Linda und Basa Wache halten:

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Hat man genug gefaulenzt, dann kann ein paar Schritte die Straße hinunter das ethnographische Museum besuchen, dass Shota Arabuli, der Vater der Familie, mit einem Freund gegründet hat. (Shota ist außerdem auch noch ein Maler, einige seiner Bilder sieht man auf dem ersten Foto im Hintergrund.)

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Zurück im Gasthaus waren noch einige weitere Freunde der Familie eingetroffen. Wieder gab es einen Snack – und dann wurde das eigentliche Abendessen zubereitet: lecker georgisches Barbecue!

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Der Abend ging weiter mit reichlich Wein, Chacha, und natürlich vielen Trinksprüchen. Ich erfuhr, dass ein weiterer Sohn der Arabulis der khevsuretische Meister im Pferderennen ist, und wir schauten uns alle seinen Siegesritt auf dem Handy an.

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Am nächsten Tag hatte ich das dringende Bedürfnis, mich ein wenig zu bewegen… Eine Wanderung im benachbarten Chirdili-Tal war da genau das Richtige:

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Superschön war auch der Ausritt am Tag darauf, vom Nachbardorf Roshka zu den Abedulauri-Seen, mit Mamuka Arabuli (ältester Sohn und Manager des Gasthauses).

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Mit das Schönste am Aufenthalt in Korsha war es, die vielen Freunde der Familie kennen zu lernen, auch wenn die meisten kein oder nur wenig Englisch sprechen. Zum Glück hat Dachi Shanidze (dritter von rechts auf dem Foto unten), einer dieser Freunde, oft für mich gedolmetscht!

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Ein weiterer Freund der Arabulis, den ich in Korsha kennen gelernt habe, war Zviadi Gogochuri, 16ter in der Judo-Weltrangliste in der Kategorie bis 90kg. Wir hatten viel Spaß bei seinem Versuch, mir nicht nur Georgisch beizubringen sondern auch wie man einen Basketball wirft. Ich schulde ihm noch ein Snickers für das verlorene Spiel…

Fazit: Ein wunderschöner Ort mit vielen warmherzigen und interessanten Leuten – unbedingt besuchen, wenn ihr die Möglichkeit habt!

Der Artikel ist auch in English verfügbar.

2 thoughts on “Korsha: Dichter und Maler, Jockeys und Judoka

  1. Schlindwursts

    Maike wird sind neidisch!! Das klingt absolut verführerisch und wie ein traumhaftes Abenteuer. So wie sich das liest machst du im Moment alles richtig. Unglaublich Interessante Menschen die du kennen lernst und kulinarisch scheint es ja für eine Sauerländer Mädchen ein Volltreffer zu sein!! Gibt es da auch Pommesschranke;-)))

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    1. Maike Post author

      Hallo Steffi und Michael!
      Nein, Pommesbuden gibt es hier nicht, aber bisher vermisse ich zum Glück meine Mantaplatte noch nicht all zu sehr :-)
      Viele liebe Grüße ins Saarland,
      Maike

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